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Wichtig für die Seele
Husumer Nachrichten 23.Jan 2006 / hem
Beim Empfang des Handels- und Gewerbevereins positive Bilanz gezogen
Mildstedt/hem - Es war eine der Sternstunden der Gemeinde -- ein Abglanz
der tausend funkelnden Sterne am Firmament. Im Gegensatz zur Kälte
draußen stiegen die Saal-Temperaturen schnell in angenehme Höhen
und beflügelten zum Durchhalten bis in die Morgenstunden. Zum zweiten
Mal hatte der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Mildstedt-Simonsberg-Südermarsch
Gäste aus Politik, Verwaltung, Kirche, Vereinen, Verbänden
und Firmen eingeladen.
Viele Hände hatte die engagierte HGV-Vorsitzende Telse Jacobsen
zu schütteln. In ihrer eindrucksvollen Ansprache machte die Vorsitzende
unter anderem auch deutlich: ,,Wir können alle stolz darauf sein,
was wir geleistet haben. Wurde in den vergangenen Jahren auch eine Heimat
geschaffen? Etwas, bei dem wir uns wieder finden, mit dem wir übereinstimmen?"
Viele der Anwesenden würden dazu beitragen, dass es Einrichtungen
gebe, bei denen man sich sehr wohl wiederfinden könne. Das seien
zum Beispiel der Sport- und Reitplatz oder die Wiese im Zentrum, das
seien Einrichtungen wie Kirche, DRK, AWO und weitere Vereine mit ihren
Festen. Solche Orte bezeichne die Soziologie als ,,Dritte Orte",
die nach dem Zuhause und dem Arbeitsplatz von großem Wert und
wichtig für das Gleichgewicht der Seele seien.
Telse Jacobsen: ,,Wir vom HGV setzen uns seit vergangenem Herbst dafür
ein, dass wir in unserem Ortskern wieder ein Nahversorgungszentrum bekommen.
Wenn wir die Angebote unserer Firmen am Ort nutzen, behalten die Beschäftigten
ihre Arbeit und können ihre Familien versorgen. Nur so kann sich
eine Gemeinde zur Heimat der dort lebenden Menschen entwickeln."
Zur Akkordeonmusik von Alexander Buchner erwiesen sich die Gäste
als sangesfreudig. ,,Jem hebbt Telse hört. Er Stimm is ja noch
Gold gegen miene", konstatierte der durch eine Erkältung angeschlagene
Bürgermeister Klaus Hinrichs, fand kurze aber treffende Worte:
,,Wir als Gemeinde starten mit großer Zuversicht und Hoffnung
in dieses Jahr. Wir werden weiterhin sparsam mit dem Geld umgehen."
Pastor Nils Kiesbye erinnerte an das Wort des Propheten Jeremia: ,,Suchet
der Stadt Bestes -- denn wenn's ihr wohl geht, so geht es auch euch
wohl." Er machte deutlich: ,,Damit ist etwas angesprochen, was
auch mir als Pastor sehr am Herzen liegt, nämlich der Gedanke des
Gemeinwesens." Es gehe um die gegenseitige Verantwortung, um Fürsorge
und Geborgenheit. Lebensqualität sei mehr als intakte Straßen
-- sie entstehe da, wo Menschen sich zu Hause fühlen, wo man ihnen
mit Verständnis begegnet. Kiesbye: ,,Ich glaube, dass einem solchen
Verständnis von Gemeinwesen mit einer Veranstaltung wie dieser
sehr gedient ist, weil wir begreifen, dass wir Teil eines Ganzen und
Akteure des einen Gemeinwesens sind."
Der Pastor dankte dem HGV für dessen Spenden für den Kindergarten
und für den Altar.
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