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"Wir werden vernachlässigt"
Husumer Nachrichten 15.Jan 2008
Mildstedt / hem
Das vergangene Jahr war ein gutes Jahr für Mildstedt, stellte der HGV im Rahmen seines Neujahrsempfangs fest. Dennoch übte die Vorsitzende Telse Jacobsen Kritik, der ländliche Raum werde vernachlässigt.
– Wenn der „HGV Mildstedt-Simonsberg-Südermarsch“ zum Neujahrsempfang lädt, dann stimmen selbst die Kleinigkeiten: So waren die Tische für die 166 Gäste in den HGV-Farben Gelb-Blau gedeckt, die Chefin selbst empfing die Teilnehmer per Handschlag am Eingang. Und damit dieses vierte erfolgreiche Meeting nicht „trocken“ in Ansprachen und Gesprächen unterging, sorgten Lisa und Hans Krahnen sowie Erhard Schlieman mit ihrer Band „Westwindmusik“ von Anfang an für Abwechslung in hoher Qualität. Lang war die Liste der Persönlichkeiten, die die HGV-Vorsitzende Telse Jacobsen begrüßen durfte – darunter MdB Ingbert Liebing, Amtsvorsteher Jens Christian, LVB Claus Röhe, Bürgermeister Klaus Hinrichs (Mildstedt), Karl-Jochen Maas (Südermarsch), Simonsbergs zweiter Bürgermeister Erich Bretthauer sowie die Pastoren Reinhild Koring, Wolfgang Drews und Nils Kiesbye.
„Ein starker struktureller Wandel, wirtschaftlicher Druck durch das Zusammenwachsen der Märkte und ein Wertewandel in unserer Gesellschaft prägen derzeit das wirtschaftliche und gesellschaftliche Klima“, unterstrich Telse Jacobsen – und war dankbar, dass es dem HGV gelungen sei, nach Monaten des Leerstands mit Michael Otto wieder einen Kaufmann in die Gemeinde geholt zu haben. Die Vorsitzende mahnte eindringlich, „den Handwerksbetrieben durch Bürokratieabbau faire Wettbewerbsbedingungen und durch Stärkung der Selbstverantwortung wieder die nötigen Freiräume zu verschaffen“. Unter anderem würden viele ländliche Regionen und auch Ortsteile von Mildstedt darunter leiden, dass sie nicht an schnelle Internetverbindungen angeschlossen seien. „Eigentlich, so kann man sagen, war es ein gutes 2007 für Mildstedt“, bilanzierte die HGV-Chefin und lobte ausdrücklich „das Mildstedt so viele Vereine hat, die eine hervorragende Jugendarbeit leisten und dass es HGV-Mitglieder gibt, die sich gemeinsam mit der Schule an der Ausbildungsplatzbörse beteiligen.“
Auch seitens der evangelischen Kirche und ihrer Pastoren sah Telse Jacobsen „deutliche Zeichen gesetzt“. Insgesamt aber, so sagte sie weiter, „können wir auf die Menschlichkeit in unserer Gemeinde stolz sein. Es bringen sich viele Menschen ehrenamtlich ein – und jeder von uns kann auf seine Art einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten.“
Während Telse Jacobsen dem CDU-MdB Ingbert Liebing im Anschluss an dessen Rede eine „Mildstedter Chronik“ überreichte, gab ihm Bürgermeister Klaus Hinrichs mit auf den Weg nach Berlin: „Mok wat für unsere Region.“ Im Übrigen dankte der Gemeindechef dem HGV „für viele schöne und sinnvolle Aktionen“ und versicherte mit Blick auf die nächste Amtsmesse: „Wi geben jem ok Strom un Woter kostenfrie dorto.“ Neben Lob an Gemeinderat, Kindergarten, Feuerwehr und alle ehrenamtlich Tätigen zollte der Gemeindechef auch dem Gastgeber großes Lob: „Von 26 Mitgliedern im Jahr 2000 bis auf 77 in 2007 – das ist schon eine Spitzenleistung.“
Großes hat die 3 750-Einwohner-Gemeinde im abgelaufenen Jahr aber auch selbst geleistet: Für 320 000 Euro wurde der gemeindeeigene „Kirchspielskrug“ in ein Vorzeigeobjekt verwandelt – und gleich 650 000 Euro konnte die Kommune zum Jahresende in die Rücklage überweisen.
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